Ende Januar ist es wieder soweit, die Leitungen der Mühltaler Kitas setzten sich mit den Mitarbeitern der Gemeinde zusammen und vergleichen die Listen der Kinder, die sich bei WEB Kita um einen Betreuungsplatz im U3 bzw. Ü3 Kitabereich beworben haben mit den Listen der freien Plätze in den einzelnen Kitas.

Wie bereits in den letzten Jahren wird als Ergebnis überraschend festgestellt werden, dass die Kitas zu diesem Zeitpunkt schon voll sind und dass sie bis August keine Kinder mehr aufnehmen können. Härtefälle, also Kinder von Eltern, die bereit sind ein Recht auf einen Kindergartenplatz einzuklagen, werden noch in der Kita Stiftstrasse einen Platz finden, obwohl das Jugendamt empfiehlt die Gruppen auf Grund ihrer geringen Größe nicht voll zu belegen, wie es laut der Betriebserlaubnis möglich wäre.

Jeder der die Stiftstrasse kennt sieht, dass dies eine sehr nachvollziehbare Empfehlung ist.

Besonders ärgerlich ist, dass -wie alle Jahre wieder- die Eltern der Kinder, die im laufenden Kita Jahr auf der Bewerberliste stehen, von der Gemeinde nicht zeitnah über das Ergebnis des Treffens unterrichtet werden. So können sich die Eltern nicht einmal um eine Verlängerung der Betreuung bemühen oder den Arbeitgeber unterrichten, dass Sie Ihre Elternzeit verlängern müssen, weil Kitaplätze fehlen.

Aber die Gemeinde schweigt, betroffene Eltern versuchen ohne Erfolg Ansprechpartner zu erreichen und fangen dann an die einzelnen Kitas anzurufen, die dadurch noch mehr belastet werden. Auch Briefe von Elternbeiträten an die Gemeinde werden zu spät oder gar nicht beantwortet.

Was tun, wenn die Kita Plätze fehlen? Neue Kitas bauen, Elterninitiativen und Tagesmütter und Väter anwerben. Einen entsprechenden Antrag zur Unterstützung der Tagespflegepersonen bringt die CDU gemeinsam mit der SPD in die nächste Gemeindevertretersitzung. Demnach sollen auf Antrag qualifizierte Tagespflegepersonen außerhalb von erzieherischen Hilfen beim Vorliegen der Fördervoraussetzungen monatliche Zuschüsse in Höhe von 150 Euro für die Betreuung eines Mühltaler Kindes während eines Kalendermonats erhalten. Durch diesen finanziellen Anreiz könnten Tagespflegepersonen dazu motiviert werden sich zu gründen oder in Mühltal nieder zu lassen, um eine Versorgungslücke zu schließen.

Für den weiteren Ausbau der Kitas in Mühltal wäre eine Dezentralisierung sinnvoll. Damit wird es reizvoller für junge Familien in den Ortsteilen zu wohnen, die Kinder können zu Fuß in den Kindergarten gebracht werden und sie sind mit einer für sie überschaubaren Menge an Kindern, die sie ohnehin aus ihrem Ortsteil kennen, zusammen. Aus organisatorischen, städtebaulichen und klimatischen Gründen sollten Standpunkte in allen Ortsteilen in Betracht gezogen werden. Ein entsprechender Antrag seitens der CDU Mühltal liegt ebenfalls vor.

Die Idee, die Kita Stiftstrasse zu schließen und einen 6 zügigen Neubau auf dem Grundstück gegenüber der Feuerwehr zu erstellen, wie es Bürgermeister Muth im Echo angesprochen hat ist wirtschaftlich als Gemeindeeinrichtung zwar nachvollziehbar, aber aus oben genannten Gründen nicht wünschenswert. 

Leider ist es mit einem Kita Neubau alleine nicht getan, selbst in den bestehenden Einrichtungen fehlen der Gemeinde die Erzieher.

Nicole Juchems

CDU Mühltal

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